Pony-Power & Teamgeist: Wie Jugendliche ein ganzes Fest auf die Hufe stellten

„Unbestritten braucht es Partizipation, um das Erleben von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben zu trainieren.“

BFSFJ: 17. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, 2024, S. 66.

Mitreden, entscheiden, umsetzen: Wie Jugendliche Verantwortung übernahmen

Wenn junge Menschen ein Fest auf dem Reiterhof planen, darf man sich auf einiges gefasst machen – und genau das gab es am 19. Oktober 2025 in Hainewalde zu erleben: Zwölf hochmotivierte Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren, zehn kreative Stationen und eine ordentliche Portion Humor, Pferdeliebe und Glitzer! ✨

Zehn Stationen, null Langeweile: Von Seifenblasen bis Holzpferd-Akrobatik

Beim Familienfest des Reit- und Fahrvereins Dreiländereck e. V. wurde wirklich an alles gedacht – und zwar von den Jugendlichen selbst. Wochenlang hatten sie gebrainstormt, gesammelt, verworfen und neu geplant, bis klar war: Dieses Fest soll kein normales Fest werden, sondern ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Und das hat man auch gemerkt! Überall auf dem Hof warteten kreative, sportliche und verrückte Aktionen darauf entdeckt zu werden. Riesige XXL-Seifenblasen schwebten in der Herbstsonne, beim Slackline-Workshop wurde balanciert wie auf einem Zirkusseil und an den Bastelstationen entstanden kleine Kunstwerke, die mindestens so bunt waren wie die Stimmung. Auf Holzpferden wurde akrobatisch trainiert, posiert und gelacht – ein absoluter Publikumsmagnet.

Natürlich kamen auch die vierbeinigen Stars des Reiterhofs nicht zu kurz. Mit einer Extra-Station nur für die Ponys wurden sie zu echten Models. Flechtfrisuren, Haarkreide, Glitzersträhnen und jede Menge zärtliche Aufmerksamkeit ließen sie strahlen. Nicht nur die Ponys genossen die Kuscheleinheiten, sondern auch die Kinder und Jugendlichen, die sich entspannt Zeit für ihr Lieblingstier nehmen konnten.

Besonders beeindruckend: Jede einzelne Station stammte aus der Fantasie, den Ideen und der Motivation der Jugendlichen. Jede:r hatte ein persönliches Herzensprojekt – und alle haben dafür gesorgt, dass es funktioniert. Es wurde kein Vorschlag weggedrückt und keine Idee als „zu verrückt“ oder „zu viel“ abgetan. Stattdessen hieß es immer: „Wir kriegen das hin!“ So wurde aus einer riesigen Ideensammlung kein Chaos, sondern ein kunterbuntes, eigenständig organisiertes Fest, bei dem wirklich jede Idee Platz hatte und jede Person Verantwortung übernehmen konnte.
Das Ergebnis: ein Nachmittag voller Energie, Spaß, Teamwork – und ein Reiterhof, der gezeigt hat, wie viel junge Menschen bewegen können, wenn man ihnen vertraut.

Spa zwischen Heu & Hufeisen: Wo Massagebälle auf Ponyhof-Charme treffen

Wer nach all dem bunten Trubel kurz durchatmen wollte, fand in der wohl entspanntesten Ecke des Hofes Zuflucht: einer gemütlichen Pferdebox, welche mit Yogamatten, ätherischen Ölen und Massagebälle in eine kleine Wohlfühl-Oase umgestaltet wurde. Hier traf Ponyhof auf Spa. Ein echtes Highlight, das perfekt zum pädagogischen Konzept des Vereins passt. Auf dem Reiterhof geht es nämlich nicht nur ums Reiten, sondern auch darum, Ruhe, Achtsamkeit und das Vertrauen zwischen Mensch und Tier zu fördern.

Teamshirts, Stolz & Zusammenhalt: Wenn Demokratie richtig Spaß macht

Der Bürgermeister von Hainewalde hatte den Reiterhof auf das Projekt aufmerksam gemacht – und von da an war kein Halten mehr. Die Jugendlichen übernahmen das Ruder: Sie planten, entschieden, organisierten und setzten ihre Ideen selbst um. Dabei sammelten sie jede Menge Beteiligungserfahrung und merkten, wie viel sie gemeinsam bewegen können. Ihr Ziel war es mehr Kinder und Jugendliche für den Reiterhof zu begeistern und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Dafür gab es sogar eigene Teamshirts – als sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Stolz und eine große Portion Teamgeist. So wurde aus einer Idee nicht nur ein gelungenes Fest, sondern auch ein Stück gelebte Demokratie.

Kakao statt Konkurrenz: Reflexion, Wertschätzung und ein schöner Ausklang

Nach dem großen Fest war noch lange nicht Schluss. Ein wenig später traf sich die Jugendgruppe noch einmal zu einem besonderen Abschlusstreffen. Diesmal ging es endlich um sie selbst. Während am Festtag jede Station pausenlos besetzt war und die Jugendlichen kaum zum Durchatmen kamen, durften sie diesmal ganz in Ruhe das machen, worauf sie selbst Lust hatten: basteln, gestalten, kreativ sein, quatschen und einfach genießen. Der Raum war warm, gemütlich und voller Bastelmaterial. Zwischendurch wurde das Fest reflektiert. Was lief super? Was war stressig? Woran sind wir gewachsen?

Es wurde gelacht, ernst gesprochen, gestaunt und anerkannt. Hier war Platz für alles – Stolz auf den riesigen Erfolg, aber auch für Momente die schwierig waren. Niemand wurde bewertet, niemand musste funktionieren. Es ging darum zu verstehen, wie viel sie gemeinsam geschafft haben und dass Herausforderungen dazugehören, wenn man etwas Großes auf die Beine stellt. Natürlich durfte auch die Wohlfühl-Atmosphäre nicht fehlen: Heiße Schokolade mit Sahne, Kekse auf dem Tisch und ein Raum, in dem es einfach gut tat zu sein.

Am Ende war klar: Dieses Familienfest war ein voller Erfolg – kein Stress, keine Pannen, dafür leuchtende Augen, glänzende Ponys und eine Jugendgruppe, die gezeigt hat, dass Engagement richtig Spaß machen kann.